Von den Rauhnächten, einem perfekten Wintermorgen und was glücklich macht

Wenn Weihnachten vorbei ist, beginnt eine besondere Zeit. Die Zeit der Rauhnächte.
Eine Zeit, in der ich manchmal vergesse, welcher Wochentag ist und mich freue,
wenn Silvester vorüber ist, und das Neue Jahr endlich beginnt.
Die Zeit im Januar ist schon so voller Vorfreude auf das Frühjahr.
Alles Üppige und Glitzernde von Weihnachten weicht.
Und Frische und Klarheit zieht ein. Und auch der eine oder anderer Vor-Frühlingsbote.
Ich mag das sehr.

Silvester war noch nie meins. Und wird es immer weniger.
Und seit wir unsere Tiere haben, mag ich es so gar nicht mehr…
Das Geböllere ist nur nervig, immer hab ich Sorge, es könne etwas passieren.
Spätestens um 10h müssen alle Hunde fertig sein.
Die sind zwar unempfindlich was den Lärm anbelangt,
aber sie könnten ja eines der brennenden Dinger apportieren… Nicht auszudenken.
Und ich bete immer, dass keine dieser Raketen in den Stall fliegt.
Pferde sind ja bekanntlich Fluchttiere. Unsere Poloponies zwar eher generell unerschrocken, aber trotzdem.
Fritz und Franz verbringen dieses Jahr ihren ersten Jahreswechsel bei uns.
Wir werden sie im Stall lassen und diesen dick einstreuen. Dann haben Fritz und Franz es kuschlig und sie sind beschäftigt.
Esel sind glücklicherweise viel weniger hektisch als Pferde es sind.

Aber nun zu den Rauhnächten

Es sind 12 an der Zahl und die erste beginnt in der Nacht vom Heiligen Abend.
Jede der 12. Nächte symbolisiert, die Monate des kommenden Jahres.
Also die 1. Rauh-Nacht ( 24. auf 25. Dezember ) bezieht sich auf den Januar des kommenden Jahres.
Die zweite auf den Februar und so weiter…die letzte Rauhnacht ist die vom 4. auf den 5. Januar.
Der Brauch sagt, das was man in diesen Nächten träumt, ist die Vorhersage,
das Orakel für das kommende Jahr.
Auch das Wetter machte man, nach den uralten Bauernregeln, daran fest.

Die Zeit „zwischen den Jahren“ ist entstanden,
als man vom Mondjahr ( 354 Tage ) abwich und den Kalender auf das Sonnenjahr ( 365 Tage) ausrichtete.
Da ergab es eine Lücke aus 11 Tagen und 12 Nächten.
Und genau von diesen „verlorenen“ Tagen und Nächten sprechen wir von der Zeit „zwischen den Jahren“.

In der Zeit, wo die Tage am kürzesten sind und die Nächte am längsten, entstanden
Schutzzauber, Bräuche, Rituale um das Böse abzuhalten und das Gute heraufzubeschwören.
Einer davon ist das Räuchern.
Manche räuchern am 6. Januar, um alles von negativen Energien zu befreien.
Andere am 24. und 31. Dezember, und manche täglich.
Nicht, dass man jetzt denkt, ich sei unter die Esotheriker gegangen.
Räuchern ist ein alter Brauch. Und Bräuche und Rituale haben etwas Gutes.
Und dieses Jahr will ich wirklich alle schlechte Energien vertreiben. Alle.
So habe ich in Hof und Garten zusammengesucht, was die Natur hergibt.
Völlig fremd erscheint mir, irgendwelches Zeug, das von weit her importiert wird zu bestellen.

Kurzanleitung für’s Räuchern
Räuchergefäß befüllen. Räume reinigen und aufräumen. Räucherwerk zum Dampfen bringen.
Das Haus aufsteigend ausräuchern.
Wichtig: Negatives außen vor lassen. Abstand nehmen. Einen Wunsch äußern.

Als Räucher-Mischungen eignen sich zum Beispiel:
Zweige, Flechten, Moose, Kräuter, wie Salbei, Rosmarin, Beifuß, Holunder,
Wacholder, Harze. Und vieles mehr.
Anleitungen und weiterführende Literatur gibt es zahlreiche.
Zum Beispiel „Vom Zauber der Rauhnächte“, Vera Griebert-Schröder, Fanziska Murr
oder „Rauhnächte“, Nadine Stegelmeier ( Werbung unbezahlt )

Bräuche und Regeln
In und um die Rauhnächte gibt es zahlreiche Bräuche, Regeln und Rituale,
die mancherorts noch immer gelebt werden
Ich möchte aber nur von zweien schreiben.
Über den einen Brauch, weil er so schlicht wie schön ist
und über den anderen, weil ich den so berührend finde.

1). Jede Nacht stellt man ein Licht in die Fenster. Um alles Böse fernzuhalten.

Ich liebe Kerzen und Licht, auch nach Weihnachten noch.
Vielleicht deshalb…

2). Man soll den Tieren um Mitternacht eine Extra Portion Futter geben.
Weil man sie in dieser Zeit sprechen hören kann.

Vielleicht spiegelt das den Wunsch der Menschen wieder , sich der Natur mehr zuzuwenden.
Vielleicht will uns der alter Brauch sagen, dass die Rauhnächte generell
eine Zeit des Lauschens und Hinhörens sind.
Weil wenn man wirklich genau hinhört, kann man vieles besser verstehen.
Nicht nur die Tiere und die Natur, sondern auch sein Gegenüber.
Die Menschen um uns herum.

Diese Idee gefällt mir.
Ich selber empfinde die Rauhnächte wirklich auch als ( Aus- ) Zeit.
Als eine Zeit, in der ich Stille genieße, versuche Dinge wahrzunehmen,
für die sonst vielleicht weniger Raum ist. Als Zeit der Achtsamkeit. In vielerlei Hinsicht.

Esel können die Sprache der Menschen verstehen
und machen glücklich

Während ich über die Rauhnächte schreibe und dass man die Tiere sprechen hört,
erhalte ich eine Instagram Nachricht von @granny_gisa, in der steht:
Sie habe gehört, Esel können wirklich die Sprache, der Menschen verstehen.
Und man muss mit ihnen sprechen.
Und wie ich das tue. Immerzu rede ich mit Fritz und Franz.

Und so war heute der perfekte Wintermorgen.
Klirrend kalt und strahlender Sonnenschein.
Und als ich Fritz und Franz das Frühstück serviert habe, sind diese Bilder entstanden.
Leider nur Handy Bilder.

Oft sind es die kleinen Dinge, die glücklich machen…
Ich wünsche euch allen, dass ihr die kleinen Dinge findet.
Und JA Esel machen glücklich.

Herzlichst,